Hubert 7 April 1959 - 7 July 2005

Nobody will ever understand your lonely decision.

Good Bye
Your brother Christoph


Trauerrede des Vorsitzenden der Emanuel Lasker Gesellschaft
Paul Werner Wagner

gehalten am 21. Juli 2005 während der Trauerfeier
in der Pfarrkirche St.Christina zu Herzebrock-Clarholz

Liebe Familie Petermann, liebe Trauergemeinde,

wir nehmen schmerzlich Abschied von Hubert Petermann, einem lieben Menschen und guten Freund, der viel zu früh von uns ging. Im Namen der Emanuel Lasker Gesellschaft gedenke ich unseres Gründungsmitgliedes.

Wer war Hubert Petermann?

Hubert war ein gutherziger und hilfsbereiter Mensch, mit viel Feingefühl und einem Gespür für die Probleme seiner Mitmenschen.

Seine ostwestfälische Natur strahlte Ruhe aus. Hubert sprach nicht viel über Persönliches, über seine Arbeit. Dabei genoss er seit Jahren als Programmierer bei Wincor Nixdorf hohe Wertschätzung.

Hubert war ein bescheidener Mensch. Er machte um seine Person kein großes Aufheben. Ein aufwendig geführter Lebensstil war ihm fremd.

Hubert war zuverlässig, mit klar definierten Werten. Sein Wort galt.

Er konnte witzig sein. War Hubert erst einmal „aufgetaut“, kam er so richtig ins Plaudern. Ich erinnere mich gern an sein Lachen.

Hubert liebte Musik, Pop und Klassik. Er besuchte gern Konzerte in der Berliner Waldbühne und in der Philharmonie.

Hubert interessierte sich für Fußball, verfolgte eifrig die Bundesliga und besuchte Hertha-Spiele im Olympiastadion.

Schach aber war der wichtigste Teil seines Lebens. Hubert spielte von Kindheit an, seit 1988 bei Lasker Steglitz. Er nahm an Turnieren in ganz Europa teil.

In der Lasker Gesellschaft fühlte er sich sehr wohl. Unsere monatlichen Treffen besuchte er regelmäßig. Hubert war ein aufmerksamer Zuhörer bei den Gesprächen mit Koryphäen des Schachs und der Schachgeschichte.

Er erwarb sich allseits Sympathien wegen seiner Hilfsbereitschaft und gewinnenden Freundlichkeit. Hubert förderte die Ideen und Pläne der Lasker Gesellschaft als großzügiger Spender. Hoch zu loben ist sein Beitrag für unseren Internetauftritt. Mit seinem beruflichen Können und immensem persönlichen Einsatz betreute er über vier Jahre die viel gelobte Homepage der Emanuel Lasker Gesellschaft. Bei unseren Aktionen zur Pflege des Lasker-Hauses in Thyrow krempelte er die Ärmel hoch und half tatkräftig bei der Rodung des verwilderten Gartens.

An unseren Exkursionen nahm Hubert rege teil: 2003 die Reise nach Barlinek, dem heute in Polen liegenden Geburtsort des Schachweltmeisters Emanuel Lasker, und 2004 das Wochenende in Bamberg mit dem Besuch der Philidor-Ausstellung und der Oper „Tom Jones“ sowie dem siegreichen Wettkampf der Laskerianer gegen den Schachklub 1868 Bamberg.

Das letzte Mal trafen wir Hubert vor gut vier Wochen im Jüdischen Museum zu Berlin. Die Lasker Gesellschaft war Mitorganisator der Schachtage. Hubert hörte sich die Vorträge an und spielte das starkbesetzte Schnellturnier mit. Er sprach noch davon, im September zur Tagung der Ken Whyld Association nach Amsterdam fahren zu wollen.

Die unfassbare Nachricht von Huberts plötzlichem Tod erreichte uns völlig unvorbereitet.

Wir wissen nicht, was die Katastrophe in Hubert ausgelöst hat. Wir werden es wohl auch nie erfahren.

Heute stehen wir tieftraurig vor seiner Urne.

Wir müssen das Unerklärliche als Tatsache annehmen. Uns bleibt nichts weiter übrig, als Huberts Entscheidung zu akzeptieren, so schwer er uns auch fällt.

Lieber Hubert, wir verneigen uns vor Dir, vor Deinem Leben.

Wir danken Dir für Dein Wohlwollen, für all das Gute, das Du uns geschenkt hast.

Wir danken Dir, dass wir einen Teil unseres Weges mit Dir gemeinsam gehen durften.

Hubert, lieber Freund, Du hast Dich um die Emanuel Lasker Gesellschaft verdient gemacht.

Du wirst uns sehr fehlen.

Unsere Sympathien für Dich leben fort.

In unserer Erinnerung bleibst Du lebendig.

Adieu, lieber Hubert Petermann!